Was ist eigentlich ein „TRevPAR“?

In der Hotellerie beschäftigen wir uns seit langem mit der durchschnittlichen Zimmerbelegung, dem durchschnittlichen Zimmerpreis und dem Umsatz pro verfügbarem Zimmer. Die Begriffe Occ, ADR und RevPAR werden mittlerweile branchenweit genutzt. Bei der Frage nach dem „TrevPAR“ erntet man hingegen oft nur fragende Blicke. Den „großen Bruder des RevPAR“ kennen und berechnen scheinbar noch die Wenigsten! Höchste Zeit also, sich diese interessante Kennzahl des Hotel Revenue Management etwas genauer anzuschauen.

TRevPAR = Total Revenue Per Available Room

Der Total Revenue Per Available Room misst die Gesamterlöse eines Hotels umgelegt auf die verfügbaren Zimmer. Die Kennzahl berücksichtigt dabei auch die Nebenumsätze (F&B, sonstige Erlöse) eines Hotels.

Berechnung:

TRevPAR

Beispiel:

Das Hotel „Silberner Hof“ hat im letzten Jahr mit 52.925 verfügbaren Zimmern einen Logisumsatz von € 3.470.292,25 erwirtschaftet. Zusätzlich wurden im F&B Bereich € 850.124,75 und € 645.113,00 mit sonstigen Leistungen eingenommen. Das ergibt einen TRevPAR von € 93,82.

Fazit

Fast jedes Hotel bietet neben den Übernachtungen weitere kostenpflichtige Leistungen an. Je nach Konzept eines Hauses kann es sich dabei um die unterschiedlichsten Angebote handeln (z.B. Wellnessbereich, Restaurant, Tagungs- und /oder Bankettbereich). Um eine sinnvolle Aussage über die Wirtschaftlichkeit des gesamten Betriebes machen zu können, reicht es daher nicht aus, die Betrachtungsweise nur auf den Logisbereich zu reduzieren. Stattdessen sollten sich Hoteliers, neben den Logisumsätzen, auch die Erträge aus den anderen Bereichen anschauen (Stichwort TRevPAR). Insbesondere, wenn es darum geht eine Gruppe anzunehmen oder abzulehnen, ist der TRevPAR sehr wichtig: Denn je höher das Zusatzgeschäft, desto günstiger kann der Zimmerpreis ausfallen.

Aber Vorsicht: Der TRevPAR ist natürlich nur von Bedeutung, wenn ein Hotel auch tatsächlich ein signifikantes Nebenangebot hat. Für ein Hotel Garni oder ein Budgethotel (B&B) ist der TRevPAR eher uninteressant. Hier geht es schließlich vorwiegend um ein gutes Logisergebnis, Nebenumsätze spielen kaum eine Rolle. Zudem ist es im täglichen Verkauf generell sehr schwierig, die Gesamtwirkung der verkauften Zusatzleistungen auf jedes einzelne Zimmer zu prognostizieren. Nicht nur deshalb bleibt der RevPAR vorerst die wichtigste Kennzahl des Hotel Revenue Management – immerhin trägt der Zimmerumsatz in der Regel ja auch den mit Abstand größten Anteil zum Gesamtumsatz eines Hotels bei!

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